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Das Foto von Melanie Dal Canton
Die Bedeutung der Schönheit: Ein Interview mit Melanie dal Canton (Gründerin von MDC)

26. August 2024

 | VON 

Yael Nachshon Levin


Vor nicht allzu langer Zeit, als ich noch kein eigenes Büro hatte, arbeitete ich oft im Café „Betty n’ Catty“ in der Knaackstraße. Dort entdeckte ich die Schaufenster von MDC Cosmetics. Es war Liebe auf den ersten Blick. 


Schon bevor ich den Laden betrat, war mir klar, dass hinter diesem Unternehmen ein sehr talentierter und akribischer Mensch steckt. Es ist einfach wunderschön. Jedes noch so kleine Detail ist durchdacht, jede Farbe, jede Form, jedes Material wurde sorgfältig und mit viel Liebe ausgewählt. Schon beim Betreten des Ladens fühlte ich mich besser. Im Laufe der Jahre wurde ich Stammkundin und habe den MDC oft meinen Freunden/innen empfohlen. 


Es war nicht schwer, die Seele hinter MDC zu erkennen. Als ich Melanie eines Tages im Laden sah, wusste ich sofort, dass sie es war. Ihr Stil, ihre ruhige Ausstrahlung, ihre Intelligenz – sie wirkte auf mich wie eine Künstlerin.


Als ich schließlich die Idee für das FRAMED FEST im Wasserturm (direkt gegenüber von MDC) entwickelte, beschloss ich, Melanie anzusprechen und ihr eine Zusammenarbeit vorzuschlagen. Obwohl MDC ein kommerzielles Kosmetikunternehmen ist und wir eine gemeinnützige Kulturorganisation sind, glaube ich, dass wir beide die Leidenschaft und das Engagement für die Bedeutung von Schönheit und Kunst im Leben verbinden. 


MDC hat dieses Festival unterstützt, und wir sind sehr dankbar für diese neue Freundschaft. Während der Arbeit an diesem Projekt war ich neugierig, etwas mehr über Melanie zu erfahren. Hier sind einige Fragen, die ich ihr gestellt habe, und ihre Antworten (Spoiler: Am Ende gibt es eine Empfehlung für den Wasserturm-Kiez): 


 


Würdest du dich als Künstlerin bezeichnen? War meine Intuition richtig? 


Melanie: Ich würde mich nicht direkt als Künstlerin bezeichnen, denn mein Respekt vor der Kunst und insbesondere vor Künstlern/innen ist viel zu groß. Ich könnte niemals das erreichen, was sie erschaffen haben. Meine Lieblingskunstform ist die Fotografie. Ich verehre den verstorbenen Larry Sultan. Ich liebe Matsch Epstein, der zum Glück noch lebt. Und natürlich liebe ich Musik – die uns, liebe Yael, letztlich zusammengebracht hat. Was MDC betrifft, handle ich eher intuitiv. Ich versuche, das Konzept von Kosmetik und Marken in eine schöne Umgebung zu übertragen, bei der Farbwahl, der Ladengestaltung und so weiter. Das würde man vielleicht normalerweise nicht mit einem etwas anderen Konzept in Verbindung bringen. 



Wie würdest du das Motto / die Werte / die Vision von MDC beschreiben? 


Melanie: Meine Vision ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen wirklich regenerieren und mit allen Sinnen neue Energie tanken können. Dass sie hier hereinkommen, schöne Dinge sehen und von einer unglaublich angenehmen Atmosphäre umgeben sind. Und natürlich gibt es in den Behandlungsräumen auch eine Behandlung, die euch so viel Energie zurückgibt, wie ihr braucht, selbst wenn ihr „nur“ zu einer kosmetischen Behandlung kommt. In den letzten zwölf Jahren ist Erholung zu einer wichtigen Ressource für Stadtbewohner geworden. Im Kern möchte ich mit MDC einfach etwas Ruhe von außen bieten. 



Wann und wie entstand MDC? 


Melanie: Ich habe das Unternehmen fast im Alleingang in dem kleinen Laden gegenüber dem Wasserturm gegründet, der bis heute existiert. Vor fast zwölf Jahren, im September dieses Jahres, arbeitete ich noch für Andreas Murkundis als Geschäftsleiterin. Aber ich spürte, dass es in Berlin Bedarf für ein weiteres hochwertiges Geschäft für schöne Dinge und Pflegeprodukte gab, das es damals einfach nicht gab. Also musste ich es selbst in die Hand nehmen. 



Was bedeutet Schönheit für dich? 


Melanie: Glücklich zu sein, mit sich selbst zufrieden zu sein, inneren Frieden zu finden und im Einklang mit sich selbst zu sein. Mit anderen Worten: Harmonie. 



Warst du in all den Jahren hier im Wasserturm-Kiez jemals im Kleinen Wasserturm? 


Melanie: Nein, noch nie. Ich freue mich sehr darauf, das herauszufinden! 




Könntest du unseren FRAMED FEST-Besucher/innen interessante Geschäfte, gute Restaurants oder einfach nur besondere Bänke zum Sitzen rund um den Wasserturm-Kiez empfehlen? Ein paar Insider-Tipps für die Gegend? 


Melanie: Ich würde einen Spaziergang durch den jüdischen Friedhof empfehlen, der seit Jahrzehnten immer weiter zuwächst. Es ist ein unglaublich schöner Ort, der auch eine große Ruhe ausstrahlt. 


Mein Lieblingsrestaurant an der Ecke ist Bangkok Bites. Authentisch und daher scharf, aber molto delicioso. 


Und wenn ihr früh morgens guten Kaffee möchtet, kann ich euch das Brekkie in der Rykestraße empfehlen. Dort gibt es auch opulente Toasts, die momentan auf Instagram total angesagt sind. Rechnet allerdings mit einer Schlange.  



Von Yael Nachshon Levin 










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